Sonntag, 19. Februar 2017

Auflehnung ist cool

Hi zusammen,

Frauchen sagt, ich sei zur Zeit ein „Halbstarker“.
Nun ja, ich weiß, was ich will und lasse mir nicht alles gefallen. 
Gehorchen ist nur angesagt, wenn ich Lust drauf habe, und das ist besonders draußen nicht oft der Fall.
Mal ehrlich, es ist doch total langweilig, immer zu kuschen.

Ich finde etwas Revolte viel interessanter. 
Voll cool, wie sich Frauchen aufregt, wenn ich einfach zu anderen Menschen hinrenne oder, wenn ich ganz verwegen drauf bin, sogar an denen hochspringe. 
Ihr wütendes Gesicht ist einfach köstlich und wenn sie mich ruft, stelle ich die Ohren auf Durchzug !
Natürlich kriege ich dann kein Leckerli und werde wieder an die Leine genommen, aber das ist es mir  wert!

Ich habe momentan einfach null Bock auf dauernd gehorchen! Deshalb nennt sie mich einen Halbstarken. 
Bei den Menschen gibt es auch Halbstarke, ich beobachte das ganz genau auf dem Penny Parkplatz, wo sich oft eine Gruppe Jugendlicher trifft. 
Einige Kids haben Lederjacken an und coole Base Caps auf dem Kopf.
Die feixen ziemlich laut rum, schubsen sich und trinken auch mal Bier aus der Dose, obwohl sie das gar nicht dürften !
Ich verstehe sie trotzdem. 
Neulichs durfte ich bei Daddy mal einige Tropfen Bier aus der leeren Flasche abschlecken. Ich sag’s Euch, nicht schlecht das Zeug. 

Mir wurde jetzt wieder Hundeschule angedroht. Auch nicht schlimm, vielleicht bekomme ich dort von Kenzo, dem Doberman oder Pedro, dem Rottweiler noch ein paar gute Tipps ! Die sind schließlich so alt wie ich und wollen sicher auch nicht immer parieren.
Ich genieße die Halbstarkenzeit und mit der Verärgerung meiner Menschen kann ich durchaus umgehen.
Sind wir zuhause in unserer Höhle schaue ich sie so treuherzig an, dass sie gar nicht anders können, als mir wieder gut zu sein und mich zu streicheln. 
Ich habe nämlich ziemlich viel Charme und den setzte ich auch ein , wuff, wuff!

Sonntag, 12. Februar 2017

Der Lawinenhund

In den späten Abendstunden ist kein Verkehr mehr in unserer Wohnstraße, deshalb kann ich Camillo ohne Leine laufen lassen.
Meistens gehen wir eine kleine Runde, wobei wir beide unseren Gedanken nachgehen. Ich mal mehr mal weniger nachdenklich, Camillo immer intensiv schnüffelnd. Da wird alles am Wegesrand in die Nase genommen. So kommen wir langsam, aber stetig mit so mancher Unterbrechung vorwärts.

Eines Abends auf dem Rückweg hörten wir ein Geräusch. Aufgeregt kam er zu mir gelaufen. Als wir um die Ecke bogen sahen wir die Ursache. Vom Garagendach war eine kleine Dachlawine abgegangen und türmte sich jetzt vor der Einfahrt.

Sonderlich schlimm war das nicht, da ich sowieso kein Auto drinnen stehen hatte. Wir gingen zügig daran vorbei, wobei Camillo, der dem ganzen Schneehaufen noch nicht traute, einen größeren Bogen einschlug.

Nicht lange. Wir waren gerade wenige Meter weitergegangen, als Camillo direkt zum Schneehaufen zurücklief und schnüffelte. Er kam nicht, als ich ihn rief. 

Sein Interesse an dem Schneehaufen war geweckt. Nach einem zweiten Rufen wieder nichts. Schließlich musste ich ihn anleinen und wegziehen. Wir hatten nur noch wenige Meter bis zur Haustüre.

Dann kam unser beider Ritual, wie nach jedem Gassigehen. Ich zog Schuhe und Jacke aus und schlüpfte in meine Hausschuhe, Camillo wurde von seinem Leinengeschirr befreit und bekam ein Leckerli.

Nur, heute Abend nahm er das Leckerli nicht. Statt dessen stürmte er ins Wohnzimmer und setzte sich auf den äussersten Teppichrand gleich neben seiner Hundedecke.
Das ist der Platz, auf dem er sitzt, wenn ihm was nicht passt oder er auf jemanden wartet. Provozierend schaute er mich an, dann lief er wieder zurück zur Wohnungstür und setzte sich davor.

So kannte ich Camillo nicht. »Muss der nochmal?«, ging es mir durch den Kopf.
Ich beorderte ihn zurück ins Wohnzimmer. Wieder setzte er sich an den äußersten Teppichrand.
Seine dunklen Hundeaugen sagten mir: »Kapierst Du das nicht? Ich will raus!«
Dann schoss er zurück auf den Flur und setzte sich an die Wohnungstür.

Jacke und Schuhe waren schnell angezogen. Ohne Leine ging es nochmal hinaus in die Nacht. Camillo stürmte vorneweg und schnurstracks zum Schneehaufen vor dem Garagentor.
Ganz aufgeregt schnüffelte er immer an der gleichen Stelle und fing schließlich mit den Vorderpfoten im Schnee zu Graben an.

Mittlerweile stand ich neben ihm.

Camillos kurzes Bellen verriet allerhöchste Aufgeregtheit.
Als ich ihn zurücknehmen wollte, sah ich einen Igel, unter einer Eisscholle gefangen, auf dem Rücken liegen. Mit meinem Spazierstock hob ich das Eis hoch und sofort sprang der stachelige Geselle auf die Füße und rollte sich ein.

Camillo war immer noch sehr aufgeregt, bellte aber nicht mehr. Nach einem letzten Schnüffler ging er mit mir ein paar Meter zurück. Es dauerte nicht lange, dann kam wieder Leben in den Igel. Behände trippelte er hinüber zum Maschendrahtzaun und verschwand unter einem Stapel Holz.

Ich lief neben einem zufriedenen Camillo zurück in die Wohnung. Stolz wie Oskar nahm er sein Leckerli entgegen und trollte sich sofort auf seine Hundedecke.

Ob Hunde auch Träumen können?
Wenn ja, dann weiß ich, was er in dieser ereignisreichen Nacht träumte.

Noch Tage später, wenn ich mit Camillo unsere Runde drehte, bemerkte ich, wie stolz er am Schneehaufen vorbeiging.
Seine dunklen Augen schauten mich strahlend an.
Ich lobte ihn und ernannte ihn zum ersten Dachlawinenhund Niederbayerns.

Montag, 12. Dezember 2016

Camillos Marotten

Manch einer denkt vielleicht, nur wir  Menschen hätten Marotten. Ich habe festgestellt, das stimmt nicht.

Camillo frisst sein Futter nicht ein einem Rutsch . Nein, er nimmt sich jedes Futter-Pellet mit und verspeist es genüßlich auf dem Teppich.
Das ist Marotte Nr. 1.

Dann kommt sein unwiderstehlicher Drang zu Tempotaschentüchern  oder notfalls Toilettenpapier hinzu. Sobald er etwas  in den Fang bekommen kann, wird es genüßlich zerlegt. Dabei scheut er sich auch nicht, uns mal an die Hosentaschen zu gehen und -zack- ein Tempo rauszuziehen.
Er liebt Tempos und Co.
 Darf er aber nur, kurz bevor die Haushaltshilfe kommt, denn mit dem Bücken haben wir es nicht mehr so.
Marotte Nr. 2.

Abends, beim fast letztem Rausgehen vor der Nacht, nimmt er sich ein Spielzeug mit. Egal was. Manchmal ist es Krokodil ( so wie heute), manchmal "Tau" und dann wieder "Zebra". Die ganze Zeit trägt er das Spielzeug mit sich. Will er schnüffeln,legt er es kurz ab, nimmt es dann aber wieder sofort auf. Selbst das "wursteln" klappt mit Krokodil im Maul.
Das macht er aber nur abends, nie tagsüber.
Marotte Nr. 3.

Irgendetwas geht doch in so einem Hundehirn vor, sage ich mir. Hunde sind kluge Geschöpfe und haben eine Persönlichkeit. Man muss nur genau hinschauen.
Ich bin gespannt, womit uns dieser Hund noch überrascht!

Montag, 17. Oktober 2016

Mein erster Urlaub


Ich hab mich schon wirklich lange nicht mehr zu Wort gemeldet.

Inzwischen habe ich meinen 1. Geburtstag gefeiert, ganz klassisch mit Leberwurst und Wienerle ! (Das würde ich gern öfters fressen.)

Zur Hundeschule gehen wir auch immer mal wieder, allerdings nicht so häufig wie am Anfang. Einmal war ich zur Spielstunde bei den großen Hunden und bin denen allen davongerannt ! Ha, die mögen zwar groß sein, aber deshalb sind sie noch lange nicht schnell !
Ich will ja nicht angeben, aber ich bin wirklich schnell wie der Wind, was ich auch häufig von Menschen höre.

Vor kurzem waren wir 10 Tage in Urlaub. Das war für mich das 1.Mal und es hat Spaß gemacht! Da war wenigstens was los! Jeden Tag sind wir lange spazieren gegangen und sehr oft ohne die lästige Leine.  Wenn Fraule gepfiffen hat, bin ich aber sofort hingerannt, schließlich gibt es dann Käse oder andere Leckereien und obendrein durfte ich danach sofort wieder davondüsen! Ich habe viele Hundekumpels kennengelernt und mich mit (fast) allen verstanden. Nur so ein ganz kleiner Giftzwerg knurrte mich an und da musste ich halt zurückknurren! Sein Frauchen hat ihn  auf den Arm genommen. Das fand ich affig, schließlich hatte er angefangen. Weichei!

Na ja, und dann bin ich mit meinen Menschen in gaaaaanz vielen Wirtshäusern und Cafés gewesen. In manchen Wirtshäusern, z.B. dem „Griesbräu“ in Murnau, roch es immer sehr verführerisch, mir lief oft der Sabber in der Schnauze zusammen! Die Menschen aßen Ente und Schweinebraten und noch viele andere leckere Sachen. In solchen Momenten stinkt es mir gewaltig, unter dem Tisch liegen und ruhig sein zu müssen!
Wir hatten zusammen ein großes Zimmer in einer tollen Pension, die heißt „Haus Andre“. Die Wirtin hat ebenfalls einen Hund, besser gesagt eine zickige Hündin (Border Collie) namens „Easy“, die weitaus bellfreudiger ist als ich. Die habe ich auch einmal angeknurrt. Das hat sie beeindruckt und sie ließ mich in Ruhe! Manchmal muss man es den Mädels halt zeigen!

Jedenfalls hatte ich in dem Zimmer ein großes Bett ganz für mich alleine ! Wuff, das war toll! Ich bin immer ganz locker raufgesprungen, denn springen kann ich genauso gut wie rennen. Fraule meint, das sei der Pudelanteil in mir. Meinetwegen.

Auf der Hinfahrt war mir ziemlich übel im Auto und ich musste 3x spucken, so dass mir Fraule  für die Rückfahrt eine halbe kleine Tablette gab, wobei es dann zu dem Unfall mit dem überfahrenen Fuß vom Frauchen kam, Pech . Die Tablette machte mich ganz relaxed und ich habe die Rückfahrt wunderbar entspannt und meistens schlafend oder dösend verbracht.
Und jetzt sind wir wieder zuhause. Das ist auch irgendwie schön,  all die vertrauten Gerüche! Natürlich musste ich gestern erstmal gründlich die Zeitung lesen. 
Wie ihr wisst, machen wir Hunde das mit der Nase und nicht mit den Augen. Die Nase ist bei uns Hunden das Sinnesorgan, welches von Anfang an „funktioniert“. Wir haben die Augen noch nicht auf und auch das Hören ist nicht voll ausgebildet, da nehmen wir über die Nase schon ganz viel in uns auf!
Nun liege ich auf meinem Hundebett auf dem Fußboden (bäh!)und erhole mich vom Urlaub, denn ich bin ehrlich gesagt, dort nur nachts wirklich zur Ruhe gekommen. Und bekanntlich sollten Hunde bis zu 18 Stunden am Tag schlafen oder dösen. Das war nicht annähernd drin gewesen. Ich hole es jetzt nach und verabschiede mich herzhaft gähnend,

Euer Camillo

Der Frühstücksdieb


Nach unserem wunderschönen Urlaub, wollten wir heute morgen zusammen gemütlich frühstücken. Da natürlich nichts im Kühlschrank war,holte Günther Kochschinken, Bierwurst und andere Köstlichkeiten. 
Er legte den Schinken im geöffneten Papier auf den Tisch ( Männer habens ja nicht so mit der Optik, daneben Wurst und Fleischsalat. Ich hantierte in der Küchenzeile rum, Tee und Kaffee kochen.
Noch bevor ich Teller auf den Tisch stellen konnte, ein männlicher Aufschrei: "Wo ist denn der Kochschinken?".
Das Papier war noch da, der Schinken weg und Camillo leckte sich den Bart !
Damit war der Verbleib von 100 g Schinken geklärt und Camillo schaute nur verächtlich auf sein Trockenfutter. So ein Lauser!

Sonntag, 27. März 2016

Camillo und ich

Wir beide hatten heute Befehlsausgabe:
(Genaueres siehe einen Post weiter unten)


»Das ist ein Hund! Camillo ist kein Welpe mehr! Wenn Schluss ist, ist Schluss! Er muss sich daran gewöhnen nicht mehr Mittelpunkt zu sein!«
Camillo schaute mich an. Es war erst der Anfang unserer Belehrung.


Ich bin mir absolut sicher, er verstand alles, was Doris uns sagte. Mit seiner kleinen Hundeschnauze berührte er meine Hand, und stupste sie ganz leise. Die schwarzen allerliebsten Kulleraugen schauten mich an: »Bin ich wirklich so schlimm?«, fragte er mich und leckte dabei meine Hand.
Ich kraulte ihn hinter dem Ohr. Wir verstehen uns ohne Worte, Camillo und ich.
Wir saßen da und trösteten uns gegenseitig.


»Du lässt alles bei ihm durchgehen! Er ist ein Hund! Bei einem Dobermann würdest Du das auch nicht machen! Du darfst ihm nicht alles durchgehen lassen!«
Es war ja nichts Neues, was Doris mir, äh uns, sagte und ich gestehe es auch freimütig, bei Camillo ist Konsequenz nicht meine Stärke.
Jetzt mussten wir da durch!
Alle beide gelobten wir Besserung, ich auf meine Art, indem ich eifrig nickte und »ja sicher«, sagte und »selbstverständlich« und »mach ich«!


Camillo schlich auf seine Decke, warf Doris einen Blick zu von der Sorte »Du musst mich doch einfach lieb haben!«, neigte sein Lockenköpfchen zur Seite und wedelte mit dem Schwanz.
»Jetzt musste sie doch endlich auch mal was Nettes zu Camillo sagen!«
Das dachte ich aber nur so für mich. Ich wollte bei Gott zu dem Zeitpunkt keine Diskussion über Hundeerziehung anfangen.
Erst schaute Doris mich an, dann Camillo. Dann sagte sie erst mal garnichts, was in diesem Stadium sehr gefährlich wirkte.
»Ihr nehmt mich nicht Ernst! Ihr werdet schon sehen, wo das hinführt!«
Natürlich ist mir bewusst, dass eine vorgefasste Meinung nicht einfach ratzfatz wegdiskutiert werden kann. Insbesondere, wenn sie im Kern richtig ist.


Camillo lag immer noch auf seiner Decke, die Kulleraugen fest auf Doris fixiert.
Der Charmeur wird es gleich geschafft haben. Ich spürte es, lange hält Doris das nicht mehr durch.
Ich bekam noch einen vorwurfsvollen Blick, aber ihre Augen leuchteten schon. Das schwarze Knäuel tänzelte zu ihr und bekam prompt seine Streicheleinheit.


Ende der Befehlsausgabe.




Samstag, 26. März 2016

(D) Die Revolte des Prinzen



Ich bin, was Hundeerziehung betrifft, immer jemand gewesen, der die Aussage „in jedem Hund steckt ein Wolf“ völlig akzeptiert hat.
Egal, ob Dogge oder Pinscher, Labrador oder Chihuahua , im Endeffekt „ticken“ alle Hunde gleich und müssen konsequent, liebevoll und energisch erzogen werden. 

Unseren Labrador Paco habe ich in dem Sinne ausgebildet und er wurde zu einem tollen Hund, der alleine zuhause blieb, keinen Ärger machte und den wir überall hin mitnehmen konnten.
Nun ja, er würde mal mindestens 40 kg wiegen und natürlich war klar, dass der Hund Benimm braucht.
Mein Motto war gewissermaßen dasselbe wie die bekannte Fernsehserie „Hart aber fair“, wobei ich mit „hart“ eher konsequent meine.

Jetzt lebt Camillo mit uns zusammen, dieses kleine, schwarze Wollknäuel mit Endgewicht ca. 13 kg. Ein Herzensbrecher mit Kulleraugen und sehr viel Charme. Ein Verführer allererster Güte.
Und Camillo hat es geschafft, uns zu becircen, gute Vorsätze vergessen zu lassen. Er ist ganz unbewusst zum Mittelpunkt in unser „Dreierformation“ geworden.
Und so meint er nun, Gesellschaft sei den ganzen Tag selbstverständlich, nachts Daddys Schnarchen zu hören ebenso, wie Mummy in der Küche zu „helfen“... kurzum, er denkt, alles drehe sich nur um ihn!
Oh Mann, welch ein Alptraum mit Potenzial zum Tyrannen!

Zum Glück gingen uns die Augen auf und jetzt ist die Absetzung des kulleräugigen Prinzen vom Thron angesagt.
Das bringt Revolte mit sich !
Donnerstag waren wir eine gute Stunde einkaufen. Während dieser Zeit ließ ich ein Dictaphone mitlaufen, denn eine Nachbarin sagte, er würde in Abwesenheit die ganze Zeit heulen.
Als ich später die Aufnahme abhörte, erklang vom Wimmern, Weinen und Wolfsheulen alles bis hin zum Bellen, und zwar die ganze Stunde lang !
Als der kleine Schlaumeier jedoch hörte, wie die äußere Haustür aufging ( was für Ohren!), war Ruhe im Stall, so dass ich nach dem Aufschließen der Wohnungstür in ein ruhiges Ambiente kam und zunächst ganz begeistert war.......bis ich wie gesagt das Band abhörte.

Wir haben unseren Hundetrainer von der Doggyschool zu Rate gezogen und gehen gemeinsam mit ihm das Problem an.
Schrittweise alleinlassen, täglich steigern, nicht zu viel Beachtung außerhalb der Spiel- und Gassiphasen. Zimmer öfters verlassen, Tür zu. Beim Zurückkommen den Hund nicht beachten.

Tja, es ist ja nicht so, dass ich das alles nicht wusste, habe ich es doch bei Paco genau so gemacht und konsequent durchgehalten, sowie es jedem Besucher eindringlich eingeschärft.
Jetzt bin ich gefordert, es vor allem meinem Ehegespons klar zu machen und zwar nicht theoretisch, sondern im Alltag. ( Hoffentlich gibt es da keine Revolte !)
Denn, und dass muss man einfach zugeben, Günther ist total vernarrt in den schwarzen „Wuschel“ und sieht leider nicht den  Wolf in ihm ;-))

Offenbar neigt man dazu, kleine, putzige Hunde zu verhätscheln und anders zu behandeln als Dobermann, Labrador & Co.
Das muss sich ändern und somit starten wir mit neuem Elan und alten, aufgefrischten  Erkenntnissen durch.

Sonntag, 28. Februar 2016

Der Taschendieb

»Der hat wieder ein Tempo erwischt!«
Camillo saß derweil unter dem Wohnzimmertisch und zerlegte ein Tempotaschentuch in kleine und kleinste Fitzelchen.
»Laß halt nicht immer alles rumliegen!«, musste ich mir anhören.
»Da lag nirgends ein Tempo rum!« Verteidigte ich mich.
»Er hat aber wieder eins!«
Diesen Disput tragen Doris und ich fast jeden Tag aus.
Irgendwie und irgendwann erwischt er halt so ein Papiertaschentuch. Ich denke mir, es könnte schlimmer sein und machte es mir auf unserem elektrisch verstellbaren Sessel bequem.
Camillo legte sich vor der Balkontür ab und beobachtete sein Territorium bis hinüber zum Pennymarkt.
Diese Nachmittagsstunden sind erholsam. Gegen so ein kleines Nickerchen ist nichts einzuwenden, schließlich sind wir Rentner.
Es war purer Zufall. Ich griff, - falsch, ich wollte in meine rechte Hosentasche greifen. Es ging aber nicht. Da war was, was mir den Zugang versperrte. Ich brauchte einen Moment, bis ich das realisierte. Ich war nämlich gerade am Wegbeamen. In meiner Hosentasche steckte eine kalte Hundeschnauze, die im Begriff war mein Tempotaschentuch herauszuziehen. Bis ich das Ganze überriss war Camillo mit seiner Beute unter dem Tisch verschwunden und widmete sich voller Inbrunst dem Diebesgut.

Montag, 15. Februar 2016

Der haarige Geselle

Camillo zeigt kein Interesse, wenn ich mit dem Besen irgendetwas zusammenfege, wobei die Betonung eindeutig auf »irgendetwas« liegt. Da spielt er ganz cooler Hund.
Als Welpe machte er noch einen großen Bogen um dieses Utensil. Das war ihm nicht geheuer. Nun ignoriert er ihn.
Wenn ich jedoch sein Trockenfutter per Besen zusammenklaube, das er mit dem Futterball verstreute, schießt er wie ein Pfeil auf den haarigen Gesellen zu und frisst ratz faz alles auf, damit der es nicht tun kann.

Freitag, 5. Februar 2016

Achtsamkeit


Wer erzieht hier wen? Ich glaube, es beruht eindeutig auf Gegenseitigkeit.

Camillo hat uns schon sehr gut erzogen.  Wir dürfen die Badezimmertür nicht offen lassen, ansonsten wird Toilettenpapier geklaut.
Tempotaschentücher müssen unerreichbar sein, sonst gibt es mühsames Aufsammeln kleiner Fetzen.
Camillo erzieht uns zur Achtsamkeit.
Aufpassen, wo was liegt. 
Bewusst wahrnehmen.
Fast wie ein indischer Guru!

Was hatte er schon alles im Fang. Ach, ich könnte eine Liste schreiben!
Dieser Baby-Boy ist ja zum einen sehr schnell und zum anderen äußerst springfreudig.
Somit wollte er sich offensichtlich mal selbst den Blutdruck messen,
dann Locken schneiden ( er hatte meine Schere geklaut) und einmal meinte er, Kopfschmerzen zu haben und nagte am Aspirin Röhrchen herum.

Diese Sachen lagen aber alle nicht auf dem Fußboden, sondern er hat sie bei kurzer Abwesenheit geklaut, oder positiv ausgedrückt , erobert  ;-))

Kurzum, eine eindeutige Anleitung zur Achtsamkeit!
Bravo Camillo ! Danke für das Training !

Montag, 25. Januar 2016

Die Win-Win-Situation (G)


Der Postbote brachte das Paket, fast so groß wie eine Bierkiste. Der Inhalt war eher uninteressant, zumindest für unseren Camillo. Neugierig, wie immer, beobachtete er sehr genau, was mit dem Paket passierte. Ich öffnete es mit einem Teppichmesser und fingerte die einzelnen Teile heraus. Alles uninteressant für Camillo. Aber dem Füllmaterial, das so herrlich kuschelte und knisterte, galt Camillos uneingeschränktes Interesse. Er wusste ganz genau, gleich würde ich ihm das zusammengeknüllte Papier zum Spielen geben. Sorry, natürlich nicht zum Spielen, nein! Camillo wird daraus klitzekleine Schnipselchen produzieren, die ich dann ratz fatz entsorgen kann. Eine klassische Win-win-Situation zwischen Hund und Mensch.
So kam es auch. Nach einer halben Stunde thronte Mister Camillo inmitten der Schnipsel, die ich mit wenigen Besenstrichen in den Papierkorb beförderte.

Aber, da war noch der Karton, den ich neben besagtem Papierkorb abstellte. Immer wieder gingen die treuen Hundeaugen zwischen mir und dem Karton hin und her. Ich konnte in diesen Hundeaugen alles lesen:
»Gib ihn mir, gib ihn mir bitte bitte, einfach so! Du freust Dich doch auch, wenn ich glücklich bin. Das tust Du doch. Das weiß ich hundertprozentig. Ich bin nämlich ein schlauer, ein sehr schlauer Hund. Das hast Du schon hundertmal gesagt und meine Menschenmama Doris auch. Also, was ist? Krieg ich den Karton? Jetzt?«
Kann man einem Charmeur so was abschlagen? Kann man das? Der kleine Hundekörper zitterte voller Erwartung. Immer wieder schaute er rüber zum Karton. Ich konnte nicht anders. Nein, so eine Bitte konnte ich meinem Lockenköpfchen nicht abschlagen. Noch einmal schaute er mich an:
»Ich verspreche es Dir. Ich zerfetzte den Karton in so kleine Fitzelchen, die kannst Du dann prima und ohne grosses Aufhebens wegtun!«
Camillo hielt Wort. Hunde halten immer, absolut immer, ihr Versprechen, was man von Menschen nicht unbedingt sagen kann.
Nach getaner Arbeit schlief unser Camillo auf dem Haufen Schnipsel ein.
Zwei Stunden mühte er sich ab. Er war glücklich dabei! Was sage ich?, er war der allerglücklichste Hund auf der ganzen Welt. Auch das verrieten mir seine dunklen Hundeaugen.

Montag, 4. Januar 2016

Neugier auf vier Pfoten (G)


Es gibt nichts, was nicht mit eigener Schnauze begutachtet werden muss. Alles was neu ist sowieso.
Der erste Schnee war hochinteressant. Da musste unser Camillo erst mal ein ausgiebiges Schneebad nehmen. Das schwarze Knäuel Hund hat den ganzen Vorgarten mitsamt Schnee intensiv untersucht. Wenn dann noch ein Plastikteil oder eine Stück Kordel unter dem Schnee gefunden wird, ist das ein wahres Hundehighlight.
Manchmal werde ich richtig neidig, dass ich nicht so mit rumtollen kann.
Camillo entgeht nichts! Und, - er will immer erster sein. Das wird natürlich nicht geduldet, aber probieren kann man es trotzdem mal.
Wenn er so richtig müde ist, hundemüde im wahrsten Sinne des Wortes, wird er lästig. Noch bevor der Befehl »Box« kommt, er ahnt ihn schon, trollt er sich in seine Höhle, nimmt ob seiner Freiwilligkeit ein Leckerli entgegen, und schmeißt sich dann demonstrativ auf den Boden, alle viere von sich gereckt.
Nun kehrt eine Weile Ruhe ein.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Camillo meldet sich zu Wort

Also, jetzt möchte ich ( Camillo) mich doch auch mal zu Wort melden. Mama Doris schreibt immer von mir und ehrlich gesagt, habe ich doch wohl auch  mitzureden, schließlich geht es um mich !

Ich kann und will mich über mein neues Zuhause nicht beschweren.

Meine neue Mama habe ich gleich gemocht, sie roch so gut und ihre Stimme war so schön, sie hat lauter süsse kleine Worte zu mir gesagt und dann hat sie mir doch tatsächlich die Schnauze aufgehalten und mir in den Mund gespuckt ! Das war etwas komisch, aber irgendwie mochte ich sie dann noch ein bißchen lieber! Und mein neuer Papa hat so eine Brummstimme, die ich auch wirklich gerne mag und dann hat er wie ich viele Haare im Gesicht, allerdings sind seine grau und kratzen ein bißchen!
Und als sie mich das 2. Mal besucht haben, ich war ja damals noch wirklich ein kleines Baby, habe ich sie auch gleich wiedererkannt und als sie dann kamen, um mich mit nach Hause zu nehmen, war ich richtig aufgeregt und habe mich gefreut!

Tja, und jetzt bin ich tatsächlich schon 2 Monate bei Mama Doris und Papa Günther . Die Beiden sind ganz okay. Ich bekomme genug zu fressen, sie spielen mit mir und kraulen mein Bäuchlein.

Seit 3 Wochen gehe ich nun in die Hundeschule und das macht mir wirklich Spaß, jedenfalls meistens. Ich habe schon nette Kumpels gefunden, z.B. die Lili, die sehr nett ist, aber eine wirklich schreckliche Stimme hat. Nun ja, ist halt ein Mädchen! Der Kenzo, auch ein Freund von mir, bellt schon fast wie ein großer Hund, das beeindruckt mich sehr und manchmal übe ich zuhause jetzt auch  Bellen. Es klappt noch nicht so ganz, wird aber immer besser.

Ich werde natürlich auch ziemlich gegängelt von Mama und Papa, sie nennen das "Erziehung". Dann muss ich ihnen in die Augen schauen, mein Spielzeug auf "aus" hergeben oder sogar bei "Sitz bleib" solange sitzen bleiben, sie sie "lauf" sagen. Ich habe das Ganze ziemlich schnell durchschaut und mache es so, wie sie wollen, damit ich dann wieder meine Ruhe habe !
Mama hat versucht , mich mit Käse auf dem Boden dazu zu bringen, dass ich es einfach klaue. Ich weiß aber, dass sie mir in dem Fall ein sehr hartes "Nein" entgegenschleudert und das tut meinen Ohren weh. Also lasse ich den Käse auf dem Boden liegen und bekomme dafür von ihr sowieso auch ein Stück Käse aus der Hosentasche! Den Trick habe ich doch gleich gespannt !!!
So machen die Beiden das auch mit anderen Sachen. Neuerdings haben sie eine 5 m Leine für mich angeschafft und gehen mit mir in den Wald. Ich kann die Welt um mich herum genau 5 m nach vorne, hinten, rechts und links entdecken. Gehe ich aber weiter, weil da was ganz spannend riecht, drehen sie sich einfach kommentarlos um in die andere Richtung.
Was das soll, werde ich bestimmt auch bald herausfinden!

Ach ja, und dann habe ich im Wohnzimmer so eine Hundebox, die sie meine Höhle nennen. Wenn es an der Türe klingelt, sagen sie immer "Box" zu mir und ich muss  da reingehen, bekomme allerdings im Gegenzug auch ein Leckerli ;-)). Dafür macht man als Hund doch fast wirklich alles !!!

Und deshalb habe ich meine Menschen jetzt einfach mal sprachlos gemacht, indem ich auch ohne ihren Befehl "Box" beim Klingeln direkt dort reingesprungen bin. Ich bin nämlich ein sehr schneller Hund !
Die haben richtig dumm geguckt im ersten Moment und dann waren alle beide ziemlich begeistert, wie klug ich doch sei!
Das hätten sie eigentlich längst merken müssen! Schließlich habe ich in der Hundeschule von Trainerin Steffi schon mal eine "1+" bekommen. Ja, richtig gelesen!! Sie hatte mir auch so ein fettes Leckerli in Reichweite vor die Füße geschmissen, aber  ich habe es ignoriert und auf das Leckerli von meiner Mama gewartet. Bin doch nicht blöd und fall auf so was rein !

Am Samstag ist wieder Hundeschule, also dieser Basiskurs, das ist wohl dasselbe wie die 1. Klasse für Menschenkinder. Macht Spaß, ist aber insofern doof, weil wie die ganze Zeit an der Leine sein müssen ;-( . Doch Steffi hat versprochen, dass es lustig und abwechslungsreich wird und wir auch mal toben dürfen. Ich hoffe, sie hat das nicht vergessen !

So, ich bin jetzt in meine Höhle gegangen und penne ne Runde !

Camillo



Freitag, 27. November 2015

Diebe

Unser kleiner schwarzer Welpe ist ein Dieb! Nun ja, irgendwie ist wohl jeder Welpe ein Dieb !

Wie wäre es auch , einen Welpen zu haben, der sich sich wie ein erwachsener Hund benehmen würde. Das wäre ja wohl so was von unnormal.
Nun ja,  Camillo ist ein Klopapier-Dieb! Komisch, oder vielleicht sogar peinlich !?
Stimmt aber! Wenn wir vergessen, die Toilettentür zu zumachen , stürmt er wie ein Blitz herein und "klaut" die Rolle, um sie dann in alle Einzelfasern zu zerlegen -)). Ein Spaß für ihn und ein Aufräumen für uns !
Tempotaschentücher klaut er auch gern, schnell auf Samtpfoten, ehe es einer mitbekomm, sind sie in seiner Schnauze.
Heute war er wieder im Hundesalon und bekam die Augen geschnitten, also natürlich nicht die Augen, sondern die Haare, die den freien Blick hinderten. Seinen wohl nicht, aber unseren. Es ist ja wichtig, die Augenverbindung zum Hund zu haben, für das "Schau" , seinen Namen usw..
Er fand es nicht toll, hat es sich aber gefallen lassen und mit der Lady vom Hundesalon "Benny" eine tolle Friseurin gefunden ;-)).
Tja, und morgen geht es wieder zur Welpenspielstunde, hallodriiiiii ;-))

Mittwoch, 25. November 2015

Die Verdoppelung des kleinen Welpen ;-)

Huch, jetzt ist es auf einmal schon der 25. November und mehr als einen Monat habe ich nicht von Camillo erzählt! Wie schnell doch die Zeit vergeht !



Unser Sausewind hat sich inzwischen "verdoppelt", das ist kein kleines "Welpchen" mehr, sondern mit fast 4 Monaten schon ein Jungspund. Er ist mehr als doppelt so groß und auch vom Gewicht her deutlich schwerer.
Camillo hat natürlich viel erlebt in den vergangenen Wochen. Wir waren in der Stadtgalerie und sind Rolltreppe und Fahrstuhl gefahren, er war beim Hundefriseur zum Kennenlernen , mit uns in der Stammkneipe um die Ecke  und vor allen geht er seit 2 Wochen in die Hundeschule. Das ist sehr aufregend und spannend für den Baby-Boy! Er tollt mit anderen Welpen herum, anfangs noch zaghaft, aber inzwischen wagt er sich an den Doberman und Leonharder heran, die deutlich größer sind als er.

Sein kleiner Kopf lernt viel und schnell. Camillo kennt jetzt "schau", also mich oder Günther anschauen, dh. es geht um die Aufmerksamkeit. Dann kann er außer "Sitz" und "Platz" auch noch "Komm", "Nein" und "Aus".
Da er so wissbegierig ist, macht es wirklich sehr viel Spaß mit ihm zu trainieren.
Die "Doggyschool" ist genau die richtige Trainingsschule für unseren Hund. Dort läuft alles sehr professionell und liebevoll ab. Man achtet auf kleine Gruppen, schaut welche Hunde zusammenpassen und wir haben gute Beratung von der Trainerin Steffi. In der  Regel gehen wir 3 x pro Woche dorthin, besser gesagt fahren, denn die Doggyschool ist bei Eglsee.
Autofahren mag unser Racker nicht besonders bislang. Er muss öfters spucken und jammert in seiner Box, trotzdem ist es seit der Hundeschule schon besser geworden.

Camillo ist zuverlässig stubenrein, meldet sich, wenn er raus muss. Das ist inzwischen zum Glück nicht mehr jede 3/4 Stunde der Fall, sondern frühestens nach 2 , manchmal auch nach 3 Stunden.
15 Wochen ist er jetzt alt und hat schon so viel gelernt!
Applaus, Camillo !

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Welpenküsse

Übermorgen ist  Camillo schon zwei Wochen bei uns. Es ist erstaunlich, wie sich der kleine Racker in dieser Zeit entwickelt hat! Von Anfang an hatte er einen gesunden Appetit und macht, genau wie sein großer Bruder Paco, die Küche unsicher, sucht den Boden ab, ob nicht vielleicht irgendwas runtergefallen ist!
Er hört zuverlässig auf seinen Namen, kommt, wenn ich ihn rufe, geht gut an der Leine und lernt gerade "Sitz" und "Platz". Das mache ich momentan noch mit der "Zeigemethode", dh.. ich führe mit  meinen Händen  den Welpen in die gewünschte Position , nachdem ich zuvor erst seinen Namen  ausspreche und dann das Kommando gebe. Camillo muss ja erstmal begreifen, was ich von ihm will und so helfe ich ihm dabei.
Natürlich gibt es dann immer ein ganz fettes Lob !

Jeden Tag übe ich auch die sogenannte Handhabung, dh. der Welpe muss sich von mir ohne zu zappeln überall anfassen lassen, Ohren, Pfoten, Fang (ohne beißen!). Wird er widerspenstig, "knurre" ich kurz drohend.
Ich habe schon unseren Paco nach den Methoden von John Ross, einem amerikanischen Hundetrainer, erzogen. Er hat das wunderbare Buch "Welpenkindergarten" geschrieben, es ist sehr hilfreich.
Camillo hört ebenfalls bereits auf das Kommando "runter", wenn er im Begriff ist, irgendwelche Polster oder Menschen anzuspringen.
Es war mir bei Paco extrem wichtig, wußte ich doch, dass er mal ein Hund von annähernd 40 kg wird. Aber auch ein 10 kg Hund hat dreckige Pfoten und sollte weder Menschen noch Sofas anspringen.
Das klingt jetzt alles so ernst, als hätte der kleine Baby-Boy nichts zu lachen ;-)). Das stimmt aber nicht! Er hat viel Spaß den ganzen Tag lang. Besonders liebt er seinen Affen Charlie, mit dem er Kämpfe austrägt, die natürlich immer er selbst gewinnt ;-))


Auch eine giftgrüne Fliegenklatsche findet er toll und kann sich lange damit beschäftigen. Er ist überhaupt ein Hund, der sich sehr gut alleine beschäftigen kann, sich aber auch freut, wenn wir mit ihm rumtollen.
Wir sind überzeugt, er fühlt sich pudelwohl bei uns!
Nachts schläft er in einer Box neben unserem Bett und morgens knutschen wir uns ein wenig ab,, wobei er die nasseren "Busserl" verteilt. Welpenküsse sind einfach wunderbar !

Mit der Stubenreinheit klappt es auch gut, weil wir konsequent nach jedem Nickerchen, wildem Spiel oder Fressen mit ihm rausgehen. Es sind erst wenige "Unfälle" passiert, und das lag dann auch daran, dass wir nicht achtsam genug waren.
Die Zeit, wo der Welpe sich in der Wohnung frei bewegen kann, muss von uns genau überwacht werden, wir müssen ihn immer im Auge behalten, um unerwünschtes Verhalten im Keim zu korrigieren.
Wir haben ihn seinem Tierarzt vorgestellt und auf der Post in Neustift war er auch mit uns, um viele neue Menschen und Eindrücke kennenzulernen. Demnächst wollen wir dann einen "Hundesalon" besuchen und danach vielleicht mal eine Grundschulklasse.
Für Günther ist er sein"Lockenköpfchen" und die Beiden lieben es besonders, nach dem Rasengang die Pfoten und das Bäuchlein abzuputzen ( das kitzelt so schön!). Wie alle Hunde, liebt natürlich auch Camillo das Bäuchlein-kraulen über alles!

Montag, 12. Oktober 2015

Samstag, 10. Oktober 2015

So kamen wir plötzlich auf den Hund...





Paco war nicht mehr bei uns und es war so eine Leere in der Wohnung.
Keiner lag mehr im Weg rum, keiner begrüßte uns beim Heimkommen.

Da reifte in uns der Wunsch, zum Frühjahr wieder einen Welpen zu uns zu holen . Somit informierte ich mich via Internet über kleine Hunderassen, die einen guten Charakter haben und nicht allzu viel Bewegung benötigen.
Da gibt es z.B. den Bichon frise, ein zauberhaftes weißes Wollknäuel, der Günther allerdings zu sehr an einen Teddy erinnerte und zu vermuten ließ, dass mein Mann mit so einem Hund nicht allzu gerne unter die Leute gehen würde. So kam ich auf die Rasse Havapoo, einer Züchtung aus Havaneser und Zwergpudel.
In der Nähe von Schärding fand ich eine Züchterin heraus und vereinbarte mit ihr einen Kennenlerntermin. Daß sie ebenfalls Cockerdoodle züchtet ( Kreuzung Zwergpudel mit Cockerspaniel), wußte ich zu dem Zeitpunkt nicht.
Das kleine Havapoomädel , welches aus dem Wurf noch zu haben war, gefiel mir nicht so recht. Sie war etwas scheu und auch optisch nicht so ganz mein Fall.
Und dann entdeckte Günther in einem anderen Bereich des großen Grundstücks sieben quirlige schwarze Hundebabys, die Cockerdoodlewelpen im Alter von knapp 7  Wochen.
Ich fragte die Züchterin, ob im Frühjahr wieder ein Wurf zu erwarten sei, was sie mit den Worten "Nein, erst wieder im Herbst" verneinte. Meine nächste Frage war, "ist von diesem Wurf noch ein Rüde zu haben?"
Ja, sagte sie, einer ist noch frei und holte den kleinen Racker aus dem Gewusel heraus und legte ihn in meine Arme.
Es war Liebe auf den ersten Blick!

Geplant war es nicht, jetzt schon einen Welpen zu bekommen und umso mehr haben wir uns gefreut!
Nachdem ich am gleichen Abend mit unserem Vermieter klärte, ob wieder ein Hund  für ihn in Ordnung ginge, machten wir am Tag darauf die Anzahlung.
Da unser Welpe aus einem C-Wurf stammt, also dem 3. Wurf der Hundemama, suchten wir einen Namen mit "C".
Er bekam den stolzen Hundenamen "Camillo".

Was vorher war (G)


Bevor wir in diesem Blog unseren Camillo ins Leben begleiten, wollen wir von seinem »großen Bruder« erzählen.

Paco war ein stattlicher Labradorrüde voller Sanftmut und Freundlichkeit. Er begleitete uns auf vielen Urlaubsreisen. Er kämpfte mit den Wellen in der Ostsee und marschierte mit uns als Junghund durchs Brandenburger Tor. Wir bekamen ihn, wie Camillo, als Welpen. Er musste sich, wie sein kleiner Bruder jetzt, an die Hundebox gewöhnen, die wenig später zu seiner »Höhle« wurde und in der er sich sehr wohl fühlte.
Als halbstarker Hund arbeitete er Doris im Garten nach. Alle frisch gesetzten Pflänzchen zupfte er, zum Amüsement unserer Nachbarn, wieder einzeln aus.
Ganz vorsichtig zog er unserer Enkelin Elisabeth, sie war noch ein Baby, die Söckchen aus und nahm sie mit in seine Höhle.
Zu allen Kindern war er freundlich. Zusammen mit unserem Enkel Moritz zerlegte er ein funkelnagelneues Hundekissen. Beide tobten anschließend in den Abertausend Styroporkügelchen und waren glücklich.

Mit Paco absolvierten wir zwei Umzüge. Immer war er an unserer Seite. Er bereicherte unser Leben und schenkte uns seine uneingeschränkte Freundschaft. Wenn Doris traurig war, legte er seinen Kopf auf ihr Knie um sie zu trösten.
Zwölf lange Hundejahre war er Familienmitglied und Mittelpunkt.
Dann kam die Lähmung. Er hatte Schmerzen. Ganz sanft schlief er beim Tierarzt in unseren Armen ein. Paco bleibt für immer unser »Großer«, wie ihn Günther nannte.

Nun gehört Camillo zur Familie. Ein schwarzer Cockerdoodle-Rüde, gerade mal acht Wochen alt.Wir werden ihm, genauso wie seinem großen Bruder Paco, all unsere Liebe geben und werden sie, das wissen wir jetzt schon, tausendfach zurückbekommen.